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Instabilität / Luxationen

Allgemeines. Das Schultergelenk besitzt nur eine geringe knöcherne Führung. Seine Stabilität verdankt es dem perfekten Zusammenspiel von Kapsel-Band-Apparat und Muskulatur. Funktionieren diese wichtigen Bausteine nicht optimal, kann es zu einer Schulterinstabilität kommen. Man unterscheidet im Wesentlichen die traumatische von der atraumatischen Instabilität. Atraumatische Instablität bedeutet aber nicht zwingend, daß nicht irgendwann einmal ein Trauma vorgelegen hat. Vielmehr sind viele kleine Bagatelltraumen (Subluxationen) auf der Basis eines hypermobilen und kapsellaxen Gelenkes Ursache einer typischen Instabilitätsproblematik. Bekannter allerdings und imponierend ist vor allem die traumatische Schulterinstabilität: hierbei wurde meist das erste Luxationsereignis durch einen Unfall ausgelöst. Der Oberarmkopf springt aus seiner Kapsel und steht außerhalb des Gelenks. Die Schulter mußte meist fremdreponiert, das heißt, unter medikamentöser Entspannung oder im Rahmen einer Narkose, im Krankenhaus wieder in ihr Gefüge zurückgebracht werden. Dieser erste Fall führte zu Schäden an der Gelenkkapsel, den verstärkenden Bandstrukturen und am Faserknorpelring (Labrum).

Therapie. Nach Erstluxation muß die Schulter schonend reponiert werden, ohne daß die Schulter erneut, durch das Zurückführen des Oberarmkopfes, einem Trauma ausgesetzt wird. Meist ist eine primäre Operation nicht notwendig, sondern es ist zunächst ein Versuch mit Ruhigstellung der Schulter in funktioneller Position sinnvoll. Sollte dann im Laufe der Zeit die Schulter immer wieder bei unbedachten Bewegungen oder letztendlich auch nachts luxieren, ist eine stabilisierende Operation unumgänglich.

Die operative Therapie der Schulterluxation stützt sich auf drei Pfeiler: Herstellen der anatomischen Situation, das heißt, Refixation oder Neubildung des vorderen Labrums, Zentrieren des Oberarmkopfes und Stabilisierung der vorderen Kapsel. Dies kann zunächst arthroskopisch geschehen, muß aber in manchen Fällen auch offen, durch einen Schnitt im vorderen Schulteranteil, vollzogen werden.

Und danach...? Die Rehabilitation erfolgt ebenfalls frühfunktionell. Der Arm wird allerdings 3-4 Wochen durch ein bequemes Schulterkissen (Abduktions-/Briefträgerkissen) geschützt. Dies dient lediglich dem Zweck, die verkürzte und rekonstruierte Gelenkkapsel nicht etwa frühzeitig durch das Eigengewicht des hängenden Armes zu überdehnen und zu schädigen. Ein freies Hängen des Armes ist nach ca. 4 Wochen wieder möglich. Bereits 6 Wochen nach der Operation wird mit einer unlimitierten Krankengymnastik und Trainingstherapie begonnen. Ständige Überkopfarbeit wird nach 4-6 Monaten wieder möglich sein.

 
       
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