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Kreuzbandchirurgie

Allgemeines. Das vordere Kreuzband ist der wichtigste Stabilisator im Knie und dient als Zentralpfeiler, vor allem für die Stabilität des Kniegelenkes nach vorne. Das vordere Kreuzand reißt im Allgemeinen nur bei einer Unfalleinwirkung, meist durch Fixation des Unterschenkels und Drehen des Oberschenkels. (Beispiel: Sturz auf Skiern: Ski bleibt stehen, Oberschenkel und Oberkörper drehen weiter). Nach einer traumatischen Ruptur füllt sich das Knie meist sehr schnell mit Blut und es entsteht ein ausgedehnter Kapselspannungsschmerz, das Knie ist schlecht beweglich. Bei alten Degenerationen, die zu einer zunehmenden Fehlfunktion/Insuffizienz des vorderen Kreuzbandes führen, muß sich dies nicht unbedingt beim normalen Gehen bemerkbar machen, allerdings bei Ermüdungserscheinungen/ Unkonzentriertheit oder beim Sport kann es zum sogenannten „giving way“ kommen, das heißt der Unterschenkel scheint nicht stabil und rutscht gegenüber dem Oberschenkel nach vorne weg (Instabilität). Durch diese Walk- und Scheuerbewegung entstehen enorme Kräfte auf den Menisken, auf den Gelenkknorpel und die übrigen Kapselanteile. Dies führt durch die beschriebene Instabiltät zu einer zunehmenden Degeneration der Menisken und der Knorpeloberfläche, was wiederum bei länger bestehender Instabiltät in einem Arthroseproblem enden wird. Ohne vorderes Kreuzband ist kaum eine Sportart möglich, allenfalls Kraulschwimmen oder Radfahren. Selbst das schnelle Laufen zu einer Ampel kann zu einem „Ausschnappen“ des Kniegelenkes führen. Aus diesem Grund sollte das vordere Kreuzband so früh wie möglich operativ stabilisiert werden, Muskeltraining alleine reicht hier mit Sicherheit nicht aus.
Laufen ohne vorderes Kreuzband ist vergleichbar mit dem Autofahren ohne Sicherheitsgurt: ein langsames, vorsichtiges Fahren ohne jegliche Zwischenfälle ist möglich allerdings führt eine geringe Bremsung oder gar ein Unfall zum Problem.

Therapie. Der „Sicherheitsgurt“ im Kniegelenk muß wieder hergestellt werden. Die früher benutzte Methode der Kreuzbandnaht entspricht sicherlich nicht mehr dem heutigen wissenschaftlichen Standard, da diese Kreuzbandnaht nicht optimal im Verlauf des alten Kreuzbandes positioniert werden kann. Eine gute Stabilität ist nicht gewährleistet und die Kreuzbandnaht reißt meist erneut nach nur 4-5 Jahren. Führende Kniegelenkschirurgen sind sich einig, daß man in der Regel zur Wiederherstellung einer Kreuzbandstruktur eine Sehne transplantiert. Vier Sehnenbieten sich an: die Oberschenkelsehne (Quadrizepssehne), die Kniescheibensehne (Patellarsehne), die Kniekehlensehne (Semitendinosus-/Gracilissehne) oder ein Spenderband (Allograft). Welche Sehne unter welcher Technik letztendlich zum Einsatz kommt, hängt von vielen Faktoren wie Alter, Geschlecht, Sport, Größe, Gewicht und Gewebsstruktur ab. In 90% der Fälle wird die Semitendinosus-/Gracilissehne verwandt, da der Verlust dieser Sehne die wenigsten Probleme bereitet. Sie ist elastisch, läßt sich sehr gut be- und verarbeiten und läßt sich durch minimalinvasive Schnitte in das Kniegelenk einbringen. Dies bietet nicht nur kosmetische, sondern auch vom postoperativen Schmerz her Vorteile. Die Fixierung erfolgt entweder mit Titan oder bioresorbieren Materialien.

Und danach...? In der Regel zwei Wochen Entlastung an Gehstützen, intensive Krankengymnastik für 2-3 Monate, Arbeitsunfähigkeit für Büroarbeiter 2-3 Wochen. Je stärker die körperliche Beanspruchung ist, kann sich die Arbeitsunfähigkeit auch bis zu 12 Wochen ausdehnen.
Sportfähigkeit: eine volle Sportfähigkeit besteht wieder nach einem Jahr. D. h. Ballsportarten, Kampfsport, Rotation-/Drehsport für ein Jahr vermeiden. Kraulschwimmen, Radfahren nach 3 Wochen, Joggen nach ca. 5-6 Monaten, abhängig von Muskelmantel und koordinativen Fähigkeiten.

 
       
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